Cue Sheet

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Das Cue Sheet war ursprünglich (beim Stummfilm) eine Liste mit Stücken, die (vom Stummfilmpianist) an den entsprechenden Stellen des Films live gespielt wurden.
Der Begriff hat sich bis heute auch bei der Erstellung von Musik für einen Film gehalten. Nachdem der Film gedreht und geschnitten ist, wird probeweise Musik hinzugefügt. Regisseur und Komponist erstellen dazu eine sogenannte Cue Sheet (auch „Spotting Notes“ genannt).
Auf der Liste werden die einzelnen „Cues“ (Szenen oder Bild-/Einstellungswechsel) fortlaufend durchnummeriert. Hierbei werden genaue Start- und Endzeiten der Musik und die jeweils absolute Länge angegeben. Dazu dann kurze Angaben über die Szene, Bildeinstellung und evtl. Charakter der Musik.
Aus diesen Angaben wir oft auch ein sogennanter Temp Track erstellt, d.h. eine Musikspur aus bereits bestehender Musik. Auf dieser Basis wird die Musik dann neu komponiert.
Beispiel:

Cue Sheet / Spotting Notes

Cue# Start
Stop
Dauer
Notizen
1 3s 30s 27s Main Title
2 40s 51s 11s Großaufnahme von Peter, freudig (Sambamusik mit Trommeln), SFX Türklingel -> Peter geht zur Tür, Musik stoppt, wird dramatisch (Geigen, hoch, lang, stoppt abrupt)
3 51s 1m05s 14s Wie Main Title, nur instrumental, klingt aus der Ferne aus dem Küchenradio (Leere Küche kurz im Bild)
4 1m6s 1m13s 7s Peter spricht in Türsprechanlage (Main Title leise untermalt + hoher Geigenton, dramatisch)
5 1m18s 1m30s 12s Sandra kommt herein, Sambamusik aus Cue2 mit Trompeten, schneller, leise unter Dialog.

Man sieht hier, dass die Musik nach Sekunde 3 - 1min 13 Sekunden durchgehend erklingt, allerdings in unterschiedlicher Stilistik. Zwischen 1'13 und 1'18 befindet sich eine Pause (Dialog an der Türsprechanlage). Danach setzt die Musik wieder ein.